Zeitzeugnisse
aus DDR-Bezirken in Brandenburg
Neueste zuerst; antichronologisch sortiert
Bericht eingegangen: Mai 2026
Kinderkur im Inland
Hinweis: Das Zeitzeugnis wurde als Gesamtbericht dokumentiert.
Bundesland Brandenburg
Kinderkur in der DDR 1980er Jahre: Angst, Demütigung, Scham, Überlebensstrategien, ein verschwundenes Kind und heimliche Verbundenheit
- Kurort: DDR-Bezirk anonymisiert (heutiges Brandenburg)
- Kurjahr: 1987
- Kurkind: 9-jähriges Mädchen
- Anzahl der Kinderkuren: 2. Kur (insgesamt 2 Kuren)
- Grund des Kuraufenthalts: „zu dünn“ (Bezeichnung laut Einverständniserklärung)
Meine Kur #2 vom [Datum anonymisiert]–[Datum anonymisiert] 1987, Alter: 9 Jahre
Als ich Ende Oktober nach über 35 Jahren das eh. Kinderkurheim [Ort anonymisiert] wieder betrat, gab es zwar keine neuen Erinnerungen an Ereignisse, aber immerhin an einige Gefühle, die ich auch lange Zeit verdrängt hatte.
Die schwere Eingangstür ins Foyer, das mächtige dunkel wirkende Treppenhaus ... an unsere Begrüßung damals erinnere ich mich nicht, aber das Gefühl war gleich wieder da: Beklemmung, übermäßiger Respekt, hier darfst du nichts falsch machen. Pass auf, dass du nicht negativ auffällst. (Es sollte mir gut gelingen, das kannte ich von zu Hause.)
Unten gab es eine Toilette. Im Laufe der Woche kursierte unter uns Kurkindern eine Gruselgeschichte: Der Geist einer Frau ohne Gesicht tauchte dort immer mal wieder auf, mehrere Mädchen hatten sie gesehen. Mir persönlich war sie nicht begegnet, aber trotzdem hatte ich dann immer Angst, wenn ich diese Toilette benutzen musste.
Im Raum hinter dem Speisesaal stand damals hinter einer Schiebetür, stand das Klavier, was heute an derselben Wand, aber innerhalb des Saales steht. Schon damals wusste ich, dass ich mit meinem Klavierspiel Pluspunkte sammeln konnte und mir das manchmal half, nicht ganz so streng behandelt zu werden bzw. auch mal einen Stein im Brett zu haben, wenn ich unangenehm auffiel. Der Heimleiter [Name anonymisiert] wollte immer das ich „Für Elise“ spielte, was ich auch tat. Eine Erzieherin meinte scherzhaft, dass das Stück in „Für [Name des Heimleiters anonymisiert]“ umbenannt werden sollte – haha. :( (Aber natürlich lachte ich mit den beiden – meine Überlebensstrategie.
Im Speisesaal selbst fanden zum Einen die Mahlzeiten statt. Sprechen und Lachen waren verboten. Wenn man das dennoch wagte, wurde man entweder ermahnt oder, wie ich es auch einmal erlebte, musste mit seinem Teller alleine auf der Terrasse essen. Dabei wurde ich gleichzeitig noch gedemütigt und vom HL als „Sabbel-[Spitzname anonymisiert]“ bezeichnet.
Eine lustige Erinnerung: Nach den zahllosen langen Wanderungen durch den Wald waren wir häufig übersät mit Mückenstichen und „verarzteten“ heimlich unter dem Tisch unsere Beine mit Spucke und bestreuten sie mit Salz. Der ganze Boden war dann voller Salz, weil wir ja mit den Köpfen oben bleiben mussten. Das schaffte eine heimliche Verbundenheit an unserem Tisch.
Ansonsten galt es natürlich, immer aufzuessen. Abends gab es Stulle, an andere Mahlzeiten erinnere ich mich nicht, aber seit ich denken kann, habe ich Aversionen gegen und starken Ekel vor Milch und Pudding sowie allem, was so aussieht oder ähnlich heißt. Auch mein Körper reagiert beim bloßen Nennen oder der Vorstellung dieser Dinge sofort mit Übelkeit und Bauchweh.
Ein junges Mädchen reiste später an und hatte immer Bauchschmerzen. Ihr wurde vor uns allen wiederholt gedroht, dass ihr im Krankenhaus der Magen aufgepumpt werden müsste, wenn das nicht aufhörte. Ich hatte großes Mitleid mit ihr, sie hatte viel geweint und war eines Tages weg. Ich weiß nicht, ob sie tatsächlich im KKH war, jedenfalls kam sie nicht mehr zurück. Die ganze Situation machte mir Angst und war sehr unheimlich.
Zum anderen gab es im Saal auch die sog. Seemannsabende. Da saßen wir alle zusammen in Schlummerlicht und Herr [Initiale anonymisiert] spielte Akkordeon und sang dazu „... ja wenn mein Schifferklavier an Bord ertönt, dann sind die Matrosen so still, weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt, die fern auf dem Meere ist ...“ – für uns Kinder mit Heimweh ganz prima.
Ebenfalls Teil dieser Abende war, dass Herr [Initiale anonymisiert] einer Auserwählten, meist mit einer kurzen Beschreibung der besonders schweren familiären Situation, aus der sie kam, eine edel aussehende Kette mit Glitzersteinen umhängte.
Im Rückblick wurden die Mädchen vermutlich nicht zufällig ausgewählt und der Schmuck war auch eine Kennzeichnung. Auch ich habe die Kette einen Abend lang tragen dürfen. Diese Abende hatten eine gewisse Magie, lösen im Rückblick bei mir persönlich aber große Beklemmung, gewisses Entsetzen, ob der emotionalen Manipulation, die dort stattfand und Übelkeit aus.
Bei den Spaziergängen und Wanderungen durch den Wald haben einige von uns viel gesungen. Das war wie eine kleine Freiheit, fast Ausgelassenheit, die Erzieherinnen konnten uns alle nicht gleichzeitig so genau beobachten und das Singen war immerhin nicht verboten.
„Willst du mal nach [Ort anonymisiert] fahren, faira faria ho
Musst du erst den Doktor fragen, ~
Der schreibt dir einen Krankenschein
für das Kindererholungsheim ...“
Ich erinnere mich auch an einen Nachmittag auf dem angrenzenden Spielplatz, wo wir Fußball spielen sowie einen Tag, an dem wir in das Schwimmbecken draußen durften.
Die Schlaf- und Waschräume waren oben. Als ich die Etage wieder betrat, erinnere ich mich an die Angst, die ich damals hatte. Ein beengendes Gefühl, Herzklopfen, Heimweh, Bewegungslosigkeit, flache Atmung. Natürlich standen wir da oben alle jeden Moment unter Beobachtung, sowohl während des Mittagsschlafes als auch nachts, saß eine Erzieherin wie ein Gefängniswärter auf einem Stuhl im Gang.
Nach dem Wecken gingen wir alle nackt, nur mit Latschen bekleidet in den Keller zur morgendlichen Bürstenmassage. Dabei fühlte ich mich immer unbehaglich und schutzlos. Manche größeren Mädchen weinten, weil sie nicht nackt sein wollten. ich glaube alle Mädchen haben sich geschämt.
Ähnlich fühlte es sich an, wenn wir geduscht haben (ein oder zwei Mal pro Woche?). Alle Mädchen standen nackt in einer Schlange, eine Dusche war an, das Wasser war kalt. Zwei Erzieherinnen waren dabei. Im Gänsemarsch mussten wir unter Befehl unter den Wasserstrahl. Gang 1: nass machen, Körper und Haare, dann einseifen und dann wieder im Gänsemarsch abduschen. Der Drill und Befehlston sorgten dafür, dass die Scham von Angst übertönt wurde. Noch heute reagiert meine Haut sehr empfindlich auf den Kontakt mit Wasser.
Hinweis: Der Kurbericht wurde in Neue Zeitzeugnisse, Zeitzeugnisse gesamt (Inland, Brandenburg) und Zeitzeugnisse regional (Brandenburg) eingeordnet.
Bericht eingegangen: Mai 2025
Kinderkur im Inland
Zentrale Erlebnisse: Körperliche und seelische Gewalt, Schutzlosigkeit, Rückzug, traumatische Langzeitfolgen
- Kurort: DDR-Bezirk anonymisiert (heutiges Brandenburg)
- Kurjahr: 1980
- Kurkind: 9-jähriges Mädchen
- Anzahl der Kurerfahrungen: 1. Kur (insgesamt 1)
- Grund des Kuraufenthalts: Gewichtszunahme
Triggerwarnung – besonders belastender Bericht: Dieses Zeitzeugnis enthält belastende Schilderungen von Erniedrigungen, Zwangsmaßnahmen und Isolation. Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt sind im gesonderten Themenbereich dokumentiert.
Bitte achte auf dein Wohlbefinden: Atme einmal tief durch, nimm deinen Körper im Hier und Jetzt wahr und mache eine Pause, wenn es dir nicht gut geht. Du kannst den Bericht in Abschnitten lesen und jederzeit unterbrechen, um dich nicht zu überfordern.
Ich war 1980 im Alter von 9 Jahren im Kinderkurheim [Ort anonymisiert] in der [Region anonymisiert]. Wir wurden mit dem Bus von [Ort anonymisiert] aus dorthin gebracht.
Es herrschte ein sehr rauher Umgangston, sehr strenge Erzieherinnen, kein freundliches Wort, wir mussten nur gehorchen. Zuerst wurde mir mein Kuscheltier abgenommen, alles was an zuhause erinnert wurde weggeschlossen.
Jeden Morgen mussten wir im Keller alle antreten und wurden nackt mit einem Schlauch eiskalt abgespritzt am ganzen Körper. Niemand durfte dabei sprechen. Ich habe mich ganz doll geschämt so nackt dort zu stehen und beobachtet zu werden.
Es gab einen großen Speisesaal, wir durften nicht sprechen beim essen, selbst wer geflüstert hat musste als Strafe hinter seinem Stuhl stehen und zum Boden schauen. Es gab einen Essenszwang, ich musste täglich einen Teller mit Butter essen, vor lauter Ekel habe ich immer wieder erbrochen. Erbrochenes musste wieder gegessen werden, ich habe heimlich meine Hosentaschen mit Essen vollgestopft. Bin ich erwischt worden, gab es Strafen wie doppelte Portion Butter essen und solange sitzen bleiben bis alles aufgegessen ist.
Es gab einen großen Schlafsaal mit 10 Betten, weißes Eisengestell, ich lag im ersten Bett links neben der Tür. Jüngere Kinder wurden gequält von den älteren. Mir wurde im Schlaf oft ein Kissen ins Gesicht gedrückt, ich wurde am Hals gewürgt. Die eigene Wut und Verzweiflung wurde an den kleinen Kindern ausgelassen. Niemand wurde beschützt, niemand hat geholfen, jeder hatte selbst großes Angst. Ich habe im Bett viel geweint und war völlig verzweifelt, ich hatte jede Nacht Panik. Wenn ich beim weinen erwischt wurde oder mich jemand verpetzt hat musste ich mich in die Mitte des Raumes stellen und die Erzieherinnen haben alle Kinder animiert mich als “alte Heulsuse” zu beschimpfen. Danach habe ich nie wieder geweint.
Nachts durfte niemand auf Toilette. Ich habe manchmal ins Bett gemacht. Dann musste ich mich morgens mit dem nassen Bettlaken wieder in die Mitte stellen und alle Kinder im Kreis um mich herum sollten mich auslachen und beschimpfen mit „iiih du alter Bettsecher“ etc. Von da an hatte ich immer Angst einzuschlafen, hab mich stundenlang wach gehalten, um alles unter Kontrolle zu haben.
Wir mussten jede Woche alle zusammen eine Postkarte nach Hause schicken, die uns von einer Erzieherin im Gruppenraum diktiert wurde, immer mit dem gleichen Inhalt. „Liebe Eltern, hier ist es schön. Wir spielen viel und ich habe viele Freunde gefunden“.
Einmal habe ich auf die Karte geschrieben, dass ich ganz doll Heimweh habe und dass sie mich bitte abholen sollen, weil ich es nicht mehr aushalten kann. Die Karte wurde sofort zerrissen und ich bestraft, weil ich undankbar war. Ich kam in Dunkelhaft, einem Raum im Turmzimmer ohne Licht. Dort musste ich stundenlang alleine auf dem Boden sitzen.
Die Kinder wurden immer wieder dazu angehalten, Regelverstöße von anderen bei der Erzieherin zu melden. Dafür bekamen sie ein Lob. Das hatte zur Folge, dass ständig Kinder zu unrecht gemeldet und bestraft wurden, jeder wollte mal einen Moment positive Aufmerksamkeit.
Die Erzieherinnen haben mir immer wieder gedroht “du darfst erst nach Hause, wenn du 5 kg zugenommen hast”. Und bei jedem Wiegen habe ich immer mehr abgenommen. Hab fast jede Mahlzeit, die mir reingestopft wurde erbrochen. Ich musste stundenlang am Tisch sitzen, bis der Teller leer war, oft bis zur nächsten Mahlzeit und hatte heftigste Magenkrämpfe und dauerhafte Übelkeit. Oft genügte schon ein Blick auf den Teller und ich musste mich übergeben. Ich habe dabei die Muster im Fußboden mit den Augen nachgemalt, um mich abzulenken.
Einmal habe ich ein Päckchen von meiner Mutter bekommen. Ich weiß noch genau, dass ich mich damit in den Schlafsaal alleine zurückziehen wollte, um es in Ruhe zu öffnen. Aber das durfte ich nicht. Ich musste es vor der ganzen Gruppe auspacken. Meine Mutter und meine beiden Omas hatten mir eine Postkarte geschrieben, die musste ich laut vorlesen vor allen Kindern (die Erzieherin meinte, da kannst du gleich mal lesen üben). Ich las stockend, stotternd vor Scham, weil ich es nicht wollte, es war doch meine Post, nur für mich. Ich wurde von der ganzen Gruppe ausgelacht. Ich war so tief verletzt und mir rannen die Tränen übers Gesicht, das Heimweh war so schlimm, dass ich dachte ich überlebe es nicht. Ich hatte Todesangst nie wieder von dort wegzukommen. In dem Päckchen waren Süßigkeiten, die ich sofort abgeben musste – die Erzieherin hat alles aufgeteilt. Nur einen Buntstift durfte ich behalten. Den habe ich heimlich mit ins Bett genommen, es war das einzige, was mir von meiner Mutter geblieben ist.
Als ich mich wieder einmal übergeben habe und stundenlang vor diesem Teller saß, weil ich es nicht geschafft habe, das Erbrochene zu essen
Hinweis: An dieser Stelle wird der Missbrauch beschrieben, der aus Sensibilität gegenüber der Leserin/dem Leser unter dem Themenbereich „Sexualisierte Gewalt“ eingefügt ist. Bitte beachten Sie, dass die Inhalte möglicherweise belastend sein können.
Die Reaktion meiner Mutter:
‚Als du nach 6 Wochen wiederkamst mit dem Bus war ich völlig geschockt. Du bist aus dem Bus gestiegen, total verstört, völlig bleich, abgemagert und bist ohne uns zu begrüßen nur noch gerannt, gerannt, gerannt… Dein Gepäck hast du zurückgelassen und wolltest nur noch weg. Die nächsten Wochen hast du ständig Mahlzeiten erbrochen, hast Essen komplett verweigert, hast dich völlig zurückgezogen, in der Schule hast du kaum noch mit jemanden gesprochen und saßt nur noch in deinem Kinderzimmer allein und wolltest niemanden sehen. Du hattest ganz viel Heimweh in der Kur.‘
Meine Eltern haben nie erfahren, was passiert ist. Ich hatte Panik, dass ich von meinen Eltern weg muss. Ich musste schweigen und dieses Schweigen habe ich erst in meiner Therapie durchbrochen.
Hinweis: Das Zeitzeugnis wurde in Brandenburg eingeordnet.
Bericht eingegangen: Mai 2025
Kinderkur im Inland
Kinderkur und Wochenkrippe sowie die fehlenden Erinnerungen
- Kurort: DDR-Bezirk Neubrandenburg
- Kurjahr: circa 1986/87
- Kurkind: etwa 7 oder 8-jähriges Mädchen
- Anzahl der Kurerfahrungen: 1. Kur von insgesamt 1
- Grund des Kuraufenthalts: unbekannt
„(...) ich habe lange nicht gewusst wo diese (Anmerkung der Redaktion: Kinderkureinrichtung) gewesen sein soll in der ich war. hatte nur ein Bild und eben im Internet erkannt... (...)
ich weis nicht wann genau ich da war (...) ggf bin ich so 7 oder 8 Jahre alt (...) also muss es so 1986/87 gewesen sein. oder vielleicht doch älter oder jünger? (...)
Ansonsten erinnere mich nur wenig an die Zeit dort. Auch ob es 4 oder 8 Wochen waren weis ich nicht. Ich weis nur das, ich in meinen Heimatort von meiner Mutter am Bahnhof einer fremden Frau übergeben wurde und diese schweigsame Zeit im Zug für mich ewig gedauert hatte. Und ich mich nicht auskannte, wohin es mit mir ging.
Von der Zeit dort kann ich mich erinnern, dass wir einmal ein Spiel im Wald machten. Eine Schnipseljagd, wo wir Kleineren von den Großen gefunden werden mussten. Die Erzieherinnen die bei uns waren, hörten etwas und wiesen uns an, uns in den Schnee zu legen um uns zu verstecken. Wir lagen ewig dort im Schnee mitten im Wald rum, gefühlte Stunden, bis wir alle durchgefroren waren. Irgendwann gaben wir oder besser gesagt die Erzieherinnen auf, da wir alle vor Kälte jammerten. als wir zurück kamen und durch den Hintereingang vom Wald reinkamen, stellten wir fest, dass die Großen bereits seit Längeren zurück sein mussten. sie saßen schon beim Essen und Tee.
Eine weitere Szene an die ich mich erinnere, ist aus dem Speisesaal. Wir sagen das Lied "wir haben Hunger, Hunger, Hunger...essen Fliegen Fliegen Fliegen usw." und ich glaube, wir mussten immer alles aufessen. Ich wurde ja dort hingeschickt weil ich so dünn war.
Eine letzte Erinnerung war von einer Nacht, wo die Großen unruhig im Flur herumliefen und ich glaube, irgendwie ein bissl rebellierten. Ich lag in meinem Bett und hatte aufgrund dieses Lärmes Angst. Ein Mädchen wollte das ich mit raus auf den Flur komme. Kurz bin ich mit raus, aber verkroch mich dann doch wieder ängstlich in das Bett.
Allerdings habe ich keine Erinnerung wie dieses Zimmer aussah oder was ich sonst noch dort erlebt habe. Nur das es Winter war und diese wenigen Szenen.
Ich weis nicht, ob ich was verdränge oder ob ich die ganze Zeit dort in eine Art Schockzustand war Schockzustand deswegen, weil ich bereits aus meiner Wochenkrippenzeit ( mit 6 Monaten bis zur Schule, von Mo-Fr. über Nacht in dieser Wochenkrippe/Kindergarten) Verlustängste hatte. Aber wie ich aus anderen Geschichten rauslese, hat kaum jemand richtige Erinnerungen an diese Kurheime. Was glaubt ihr warum das so ist? Ich kann mich an Ferienlager und andere frühe Erlebnisse sehr gut erinnern. Nur nicht an diese Zeit. Aber an diese Wochenkrippenzeit auch nicht wirklich. Nur das ich es gehasst habe und immer schrecklich weinte, wenn mich meine Mutter teils Sonntagabend dort wieder für die ganze Woche abgab.
Ich habe noch ein Bild* von uns Kindern auf einer Treppe vor der (Anmerkung der Redaktion: Kinderkureinrichtung). Würde mich sehr freuen, wenn ihr von eurer Zeit dort etwas berichten könnt. Ggf kommen dann Erinnerungen hoch. Alles Liebe. (...)“
*Das erwähnte Bild liegt nicht vor.
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Das Projekt mit künstlerisch-dokumentarischem Fokus wird ehrenamtlich und unabhängig betrieben. Ziel ist die Aufarbeitung, Aufklärung und Dokumentation historischer Erfahrungen der DDR-Kinderkuren, um zukünftiges Unrecht zu verhindern.
