Projekt
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Kurze Vorstellung
Das Projekt: DDR-Kurkinder-Stimmen ist ein bestehendes, unabhängiges künstlerisch-dokumentarisches Projekt, das nach der Auflösung des damaligen Betroffenenrates der DDR-Kurkinder Ende 2024/Anfang 2025 im Mai 2025 gegründet wurde.
Die Initiatorin Ulrike Tabor war zuvor selbst Teil dieses Betroffenenrates. Ihre Suche nach den Erfahrungen ihrer Kinderkur begann viele Jahre zuvor, soweit dies durch Internetrecherchen und den Austausch in einer privaten Facebook-Gruppe möglich war. Ab 2022 engagierte sie sich innerhalb der sogenannten Initiative der Verschickungskinder und übernahm dort Aufgaben im Bereich der Heimkoordination. Darüber hinaus nahm sie Kontakt zu verschiedenen Institutionen, Universitäten, Forschenden und politischen Akteuren auf, um auf die Kinderkuren der DDR (zu diesem Zeitpunkt noch ohne Einbeziehung der Nachwendezeit) und die Notwendigkeit ihrer Aufarbeitung aufmerksam zu machen.
Das Projekt widmet sich der Dokumentation, historischen Aufarbeitung und künstlerischen Auseinandersetzung mit den Erfahrungen von DDR-Kurkindern, die zeitlich bis in die Nachwendezeit, etwa 1997, hineinreichen. Damit leistet das Projekt Pionierarbeit in einem bislang nur unzureichend aufgearbeiteten Bereich.
Das Projekt ist eine private, ehrenamtlich getragene Initiative einer Betroffenen. Es dokumentiert und macht die Erfahrungen von DDR-Kurkindern sichtbar und trägt dazu bei, ihre Lebensgeschichten und Perspektiven in die öffentliche Wahrnehmung und historische Aufarbeitung einzubringen.
Die bisher geleistete Arbeit umfasst Projektleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Wissensvermittlung, die Vernetzung von DDR-Kurkindern, die Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugnissen und Zeitdokumenten, Archivierung und Recherche, die Beteiligung an Interviews und öffentlichen Gesprächen sowie die Erarbeitung und Durchführung eines Workshops und die Sichtbarmachung unterschiedlicher Perspektiven betroffener DDR-Kurkinder. Darüber hinaus informiert das Projekt über aktuelle Entwicklungen der Aufarbeitung, nutzt Social Media und fördert die Vernetzung mit weiteren relevanten Akteuren.
Der Aufbau des Projekts erfolgte mitunter vor dem Hintergrund, dass bislang keine ausreichenden staatlichen oder institutionellen Strukturen zur Unterstützung, Beratung, Dokumentation, Forschung und Aufarbeitung der Erfahrungen der DDR-Kurkinder zur Verfügung stehen. Auch die Frage des Kinderschutzes und der staatlichen Verantwortung für Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der DDR ist ein wesentlicher Bestandteil der Projektarbeit.
Das Projekt: DDR-Kurkinderstimmen mit künstlerisch-dokumentarischem Fokus wird ehrenamtlich und unabhängig betrieben. Das Ziel ist die Aufarbeitung, Aufklärung und Dokumentation der historischen Erfahrungen der DDR-Kinderkuren, um zukünftiges Unrecht zu verhindern.
Das Projekt konzentriert sich auf die Inlandserlebnisse innerhalb der DDR, während die Auslandskuren häufig positivere Erinnerungen hervorgebracht haben. Eine systematische Gegenüberstellung dieser Erfahrungen in der Forschung ist notwendig, um die Unterschiede zu untersuchen und ein umfassendes Bild der DDR-Kinderkuren zu erhalten.
Betroffenengruppe
Die DDR-Kurkinder sind eine Betroffenengruppe voller Erinnerungen, Verletzungen und Stimmen, die lange Zeit ungehört blieben. Sie sind Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Kalten Krieges, die ihre Erlebnisse teilen, um sichtbar zu werden, das Schweigen zu brechen und Aufarbeitung zu ermöglichen. Ihre Erfahrungen sind Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Wendezeit.
Die Aufarbeitung der DDR-Kinderkuren beginnt mit der Anerkennung der Erfahrungen der DDR-Kurkinder.
Namensnennung
Die DDR-Kurkinder sind Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend in staatliche Kurmaßnahmen der DDR und später der BRD nach 1990 geschickt wurden. Ihre Zeitzeugnisse thematisieren prägende und traumatische Erlebnisse, positive Erfahrungen sowie Langzeitfolgen. Indem sie ihre Geschichten teilen, werden diese sichtbar und müssen im historischen Kontext aufgearbeitet und erforscht werden.
Die Aufarbeitung der DDR-Kinderkuren erfordert die Namensnennung der DDR-Kurkinder als Betroffengruppe.
Kalter Krieg
Die Kinderkuren der DDR etablierten sich in den 1950er-Jahren und wurden bis in die Nachwendezeit fortgeführt. Sie waren im sozialistischen Staatswesens eingebunden und fanden im Spannungsfeld des Kalten Krieges statt. Durch ihre historische Einbettung in einem vom Ost-West-Konflikt geprägten Staat wird ihre Dimension deutlich.
Die Aufarbeitung der DDR-Kinderkuren braucht die Einordnung in den historischen Kontext des Kalten Krieges.
Hinweis: Die zeitlichen Einordnungen basieren auf privaten und öffentlich zugänglichen Zeitzeugnissen ehemaliger DDR-Kurkinder sowie auf Archivmaterial zu den Kinderkuren der DDR.
Die Erfahrungen der DDR-Kurkinder bedürfen einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung, um historische Zusammenhänge vollständig zu verstehen und in den Kontext des Kalten Krieges einzuordnen.
Die auf dieser Website sowie in den zugehörigen Social-Media-Kanälen veröffentlichten Berichte beruhen auf persönlichen Erfahrungen von Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in der DDR sowie in der Nachwendezeit bis 1997 in Kureinrichtungen untergebracht waren. Zum Schutz der Privatsphäre wurden personenbezogenen Angaben anonymisiert. Bitte beachten Sie, dass die Inhalte emotional belastend sein können.
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Das Projekt mit künstlerisch-dokumentarischem Fokus wird ehrenamtlich und unabhängig betrieben. Ziel ist die Aufarbeitung, Aufklärung und Dokumentation historischer Erfahrungen aus den Kinderkuren in der DDR sowie der Nachwendezeit bis 1997, um zukünftiges Unrecht zu verhindern.
