Vom Verschwiegenen ins kollektive Gedächtnis

Diese Seite befindet sich im Aufbau. Sie ist ein fortlaufendes Projekt und wächst nach zeitlicher Verfügbarkeit sowie mit den eingehenden Zeitzeugnissen und Materialien.

Hier finden sich bereits wertvolle Informationen.
Nicht alle Inhalte sind derzeit vollständig ausgearbeitet.


Dieses Projekt ist bislang das einzige kontinuierliche Vorhaben zur Aufarbeitung der DDR-Kinderkuren bis in die Nachwendezeit (etwa 1997). Es ist ein künstlerisch-dokumentarisches Projekt, das Zeitzeugnisse und Zeitdokumente sammelt sowie offene Forschungsfragen formuliert. Es fördert den Austausch und die Vernetzung von DDR-Kurkindern und macht Rechercheergebnisse zugänglich.

Das Projekt wird fortlaufend erweitert. Der Schutz erfolgt durch Anonymisierung. Die Nutzung von Zeitzeugnissen und Zeitdokumenten basiert auf dem Urheberrecht und auf einer Einverständniserklärung.


Über mich

Gründerin des Projektes
Expertin & Zeugin
Koordination & Vernetzung
Aktuell Mitglied des Betroffenenrates der DDR-Kurkinder
Austausch, Recherche & Wissen

Engagement für Kinderschutz

Künstlerin Ulrike Tabor (Riike)
Professionelle Schauspielerin, Sprecherin & Synchronschauspielerin, Zirkus- und Theaterpädagogin, Regisseurin für Kinderprojekte, Schriftstellerin

Multidisziplinäre Künstlerin:
www.ulriketabor.de
Sprecherin & Synchron-Portfolio:
www.ulriketaborvoice.d

Über das Projekt

Warum dieses Projekt wichtig ist:

Die Stimmen der Kurkinder der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bleiben bislang im Schatten der deutschen und medialen Geschichte und verdienen es, wahrgenommen zu werden. Das Projekt schafft eine künstlerisch-dokumentarische Plattform, um ihre Erlebnisse sichtbar zu machen, zu sammeln, zu bewahren und in Form von Audioaufnahmen, Lesungen oder Ausstellungen erfahrbar zu machen.

Die Zeitzeugenberichte sollen dazu beitragen, Kinder in der Gegenwart und Zukunft wirksam zu schützen.

Im Fokus stehen die oft verschwiegenen Inlandskuren der DDR, die vielfach von belastenden Eindrücken und traumatischen Erfahrungen geprägt waren, wobei vereinzelt auch positive Erlebnisse berichtet werden. Auslandskuren hingegen wurden häufig als wohlwollender empfunden.

Aus der Geschichte lernen:

Mit der Dokumentation dieser Erfahrungen können wertvolle Lehren für den Schutz von Kindern heute gezogen werden, um sicherzustellen, dass solche einschneidenden Erlebnisse nicht in Vergessenheit geraten und sich nicht wiederholen.

Institutionelle Gewalt an Schutzbefohlenen ist ein gegenwärtiges Problem, weshalb der Aufbau von wirksamen Schutzkonzepten in Einrichtungen besonders wichtig ist.

Das Projekt dient dazu, das Bewusstsein für die Vergangenheit zu schärfen und die Rechte von Kindern zu stärken.

Zeitzeugnis senden

Wenn Sie ein Zeitzeugnis oder Material aus Ihrer Zeit im Kinderkurheim, Kindererholungsheim oder Kindersanatorium beitragen möchten, senden Sie dies bitte zusammen mit der ausgefüllten Einverständniserklärung an folgende E-Mail-Adresse: kontakt@ddrkurkinderstimmen.de.

 Link zur Einverständniserklärung

Wichtige Informationen:

Alle Zeitzeugnisse werden anonym veröffentlicht. Sensible Angaben wie Namen und Orte in den Materialien werden geschwärzt.

Nähere Informationen finden Sie auf den entsprechenden Seiten:

Bei Fragen schreiben Sie an die genannte E-Mail-Adresse oder nutzen Sie das Kontaktformular.


Das Recht auf Gewaltfreiheit und Schutz

Die unbeschwerte Kindheit und der Glaube an Gewaltfreiheit gingen für viele Kinder während ihrer Zeit in den Kinderkuren verloren. Auch wenn die Erinnerungen fragmentiert oder tief abgespalten sind, leidet die Seele vieler noch heute. Die emotionalen und psychologischen Belastungen, die daraus resultieren, begleiten zahlreiche ehemalige DDR-Kurkinder bis ins Erwachsenenalter.

Neben positiven Erfahrungen wirft das Ungewisse Fragen zur eigenen Identität und den erlebten Traumata auf. Eine umfassende Erforschung und Aufarbeitung der Kinderkuren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ist notwendig, um den betroffenen Kindern Gehör zu verschaffen, ihre Erlebnisse zu würdigen und Lehren aus der Geschichte zu ziehen.

Diese Aufarbeitung kann nicht nur den ehemaligen Kurkindern helfen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt, indem sie das Bewusstsein für die Folgen von Gewalt und Missbrauch schärft. Durch das Teilen dieser Geschichten kann eine Kultur des Verständnisses und der Gewaltfreiheit gefördert werden, die zukünftigen Generationen zugutekommt.


Kinderkuren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) (1949–1989) wurden Millionen Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren*, allein und ohne Kontakt zu ihren Eltern, zu teils sechswöchigen Kinderkuren in staatliche Einrichtungen geschickt, um ihre Gesundheit zu stärken. Diese Kuren endeten nicht mit der Wende 1989, sondern fanden in einzelnen Fällen laut Rückmeldungen bis 1997* statt. Einige der DDR-Kurkinder hatten zuvor staatliche Einrichtungen wie Wochenkrippen besucht oder waren zusätzlich in Heimen oder Internaten untergebracht, während andere Adoptionen erlebten.

Die kollektive Erziehung in der DDR war politisch geprägt und fand in vielen Institutionen statt. Eltern hatten selten die Möglichkeit, den Kuraufenthalt zu unterbinden. Die Erfahrungen dieser Kuren prägten die Kindheit vieler und hinterließen oft belastende Eindrücke, einschneidende sowie traumatische Erfahrungen, während manche auch positive Erlebnisse machten. Die Erlebnisse der ehemaligen Kurkinder sind ein Teil der Nachkriegsgeschichte, der DDR-Geschichte und der Wendezeit und verdienen es, gewürdigt und erzählt zu werden.

Die Kinderkuren der DDR sind bislang wissenschaftlich kaum erforscht.

Historische Anmerkung: Abzug der sowjetischen Westgruppe der Truppen (WGT) aus dem deutschen Hoheitsgebiet 1994

*(laut Rückmeldungen der DDR-Kurkinder, Stand November 2025)



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Das Projekt mit künstlerisch-dokumentarischem Fokus wird ehrenamtlich und unabhängig betrieben. Ziel ist die Aufarbeitung, Aufklärung und Dokumentation historischer Erfahrungen der Kinderkuren in der DDR bis zur Nachwendezeit, um zukünftiges Unrecht zu verhindern.